Familiäre Häufigkeit beim Clusterkopfschmerz-Syndrom

Familial aggregation of cluster headache

Cruz S, Lemos C, Monteiro JM Familial aggregation of cluster headache Arq Neuropsiquiatr. 2013 Nov;71(11):866-70

Verschiedene Untersuchungen lassen vermuten, daß es eine starke familiäre Häufung beim Clusterkopfschmerz-Syndrom (CKS) gibt. Die Autoren einer portugiesischen Arbeitsgruppe haben bei ihrer Untersuchung auch das mögliche Clusterkopfschmerzsyndrom (pCKS) berücksichtigt, wie seit kurzem in der dritten Version der International Classification of Headache Disorders (ICD III) aufgeführt ist.

Ziel war es, die familiäre Häufung von CKS unter Berücksichtigung der neuen ICD-Kriterien zu erfassen.

Hierzu wurden mit 36 Patienten, die eine Kopfschmerz Sprechstunde besuchten und bei denen eine Trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankung diagnostiziert war, ein Interview geführt und ein standardisierter Fragebogen ausgefüllt.

Mit einigen nicht betroffenen Angehörigen, insbesondere aber mit allen potentiell ebenfalls betroffenen Angehörigen der befragten Patienten wurden Telefoninterviews durchgeführt.

Im Ergebnis wurden 24 Patienten identifiziert, die nach den ICD III-Kriterien unter CKS oder pCKS litten. Diese hatten 142 Angehörige ersten Grades, von denen fünf unter CKS oder pCKS litten, darunter auch ein Fall von Clusterheadache sine Headache („Kalte Attacken“).

Daraus berechnen die Autoren eine, im Vergleich zur durchschnittlichen portugiesischen Bevölkerung um 35-46-fach, erhöhte Wahrscheinlichkeit für Angehörige ersten Grades an CKS zu erkranken.

Zusammenfassend stellen die Autoren fest, daß in der portugiesischen Bevölkerung eine familiäre Häufung beim Clusterkopfschmerz-Syndrom auftritt.

Kommentar

Die Frage nach der Vererbbarkeit von CKS beunruhigt die CKS-Patienten in erheblichem Maß.

Dann klingt es sehr dramatisch und trägt eher nicht zur Beruhigung bei, wenn über ein mindestens 35-faches Risiko gesprochen wird.

Es muß hier deutlich gemacht werden, daß CKS eine relativ seltene Erkrankung darstellt. Die Autoren haben in einer Gruppe von 142 Angehörigen von CKS-Patienten 4 weitere Betroffene gefunden (also 2,8%). So mag man wohl von einer gewissen familiären Häufung sprechen, muß aber zur Beruhigung der Patienten feststellen, daß dies keine praktische Bedeutung bei der Familienplanung haben sollte.

Interessant ist die Feststellung, daß ein Fall von Clusterheadache sine Headache beobachtet wurde. Diese potentiellen CKS-Patienten sind bisher noch nicht in Statistiken erfasst worden.