Hilfe für Angehörige

Mit den folgenden Informationen möchten wir Sie dabei unterstützen, Ihrem kranken Angehörigen zur Seite zu stehen. Als Angehöriger – ganz gleich ob Ehepartner, Lebenspartner, Freund oder Freundin – sind auch Sie von der Erkrankung und ihren psychischen und sozialen Folgen persönlich betroffen. Wir geben Ihnen Hinweise zum Umgang mit dem Kranken und seinen Problemen. Zusätzlich finden Sie hier Anregungen, die Ihnen helfen, Ihre eigene Belastung zu reduzieren.

Clusterkopfschmerz konfrontiert Angehörige über einen langen Zeitraum mit Veränderungen. Hier erhalten Sie Anregungen, die Ihnen bei der Bewältigung von Grenzsituationen und existentiellen Herausforderungen helfen können.

Bewältigungsmöglichkeiten

Besorgen Sie sich Informationen über die Erkrankung und die Behandlung. Das Aneignen von Kenntnissen über die Zusammenhänge der Erkrankung hilft Ihnen, die Situation Ihres Familienangehörigen zu verstehen und sich selbst besser orientieren zu können.

Wie können Sie dem Erkrankten helfen?

  • Die Krankheit „verstehen“ lernen

  • Verständnis zeigen für die Schutzmechanismen des Patienten

Was hilft nicht?

Mitleid! Keine chronisch kranke Person braucht Mitleid.

An Clusterkopfschmerz zu erkranken stellt für die meisten Betroffenen eine große Bedrohung und Veränderung dar, so dass sie sich zeitweise vor der seelischen Belastung schützen müssen. In diesen Situationen greifen sie auf sogenannte Abwehrmechanismen zurück, mit denen sie versuchen, ihre Ängste in Schach zu halten. Sie können sich beispielsweise in folgenden Verhaltensweisen ausdrücken:

Der Patient

  • vermeidet Gespräche über seine Erkrankung und die tatsächliche Situation und weicht Gesprächsversuchen anderer aus

  • zieht sich ganz in sich zurück

  • fällt zurück in kindlich-hilflose Verhaltensweisen und schränkt sein Interesse auf den eigenen Körper ein gibt anderen Menschen die Schuld an seiner Erkrankung oder an seiner Situation

  • reagiert oft gereizt oder wütend

  • unterlässt wichtige therapeutische Maßnahmen

  • oder umgekehrt: wird überaktiv und ergreift zu viele therapeutische Maßnahmen gleichzeitig.

Für den Erkrankten ist es sehr wichtig nicht vom Alltag ausgeschlossen zu werden, sondern aktiv daran teilhaben zu können. Auch wenn er sich diesem zu entziehen versucht.

Solche Verhaltensweisen helfen dem Patienten, eine für ihn im Moment unerträgliche Realität zu bewältigen. Zeigen Sie dafür Verständnis und vermeiden Sie es, wütend, belehrend oder gekränkt zu reagieren. Negative Gefühlsäußerungen sind meist nicht persönlich gemeint. Lassen Sie dem Kranken Zeit. Wenn er sich sicherer fühlt und sich von Ihnen verstanden weiß, gibt er diese Abwehrhaltung in der Regel wieder auf. Werden massive Abwehrmechanismen jedoch dauerhaft aufrechterhalten, sollten Sie professionellen Rat und Hilfe einholen.

Hilfreiche Gesprächsbedingungen herstellen

Signalisieren Sie Ihre Bereitschaft zu offenen und ehrlichen Gesprächen über die Vorstellungen und Gefühle Ihres Familienmitgliedes. Hören Sie genau zu und vermeiden Sie bagatellisierende oder z.B. bewertende Reaktionen. Fragen Sie den Patienten, wie Sie ihm ganz konkret helfen können. Wichtig sind auch die Gefühle und Gedanken die Sie bewegen. Teilen Sie sich mit. Drängen Sie Ihr Familienmitglied aber nicht zu einem Gespräch, wenn der Zeitpunkt nicht richtig ist. Insbesondere Auseinandersetzungen über den Ernst der Erkrankung können nicht jederzeit verkraftet werden.

zuletzt aktualisiert: 4. April 2015 11:39